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Texte Lutz Eikelmann
Hawe Schneider

Der amerikanische Journalist Wolff Eichkatz am 18.01.2010:

DIESES BUCH IST DER HAMMER

Es wäre wünschenswert, wenn dieses Buch international in meheren Sprachen erhältlich wäre, denn es ist in vielerlei Hinsicht einfach nur "wertvoll" zu nennen. Neben der Bandgeschichte und Entwicklung der Eikelmannschen Jazzband "Lutzemann´s Jatzkapelle" und der Zusammenarbeit mit Künstlern der internationalen Musikelite wie William Garnett, Fitz Gore, Olivia Detante, Peter"Banjo"Meyer etc. enthält dieses Buch viele Werte und Aspekte, die ich an dieser Stelle näher beleuchten will: Dankbarkeit, Freundschaft, Liebe zur Musik, Lebensfreude, Gesellschaftskritik, spirituelle Zusammenhänge u.v.m.

DANKBARKEIT UND FREUNDSCHAFT

Der Autor dieses Buches und Bandleader Lutz Eikelmann blickt in Dankbarkeit auf die Bandgeschichte der 1993 gegründeten Hot Jazz Band zurück. Dieser Dank erwächst aus dem Andenken an die vielen Erlebnisse und Begegnungen, an Erfahrungen und Auseinandersetzungen. Sein Dank gilt nicht nur seinen musikalischen Mitstreitern, seinen Auftraggebern und seinem Publikum, sondern auch einer Vielzahl von Mitmenschen, die ihn und seine Band auf unterschiedlichste Art und Weise und in unterschiedlichem Umfang, je nach den individuellen Möglichkeiten und Wünschen, förderten und fördern. Eikelmann geht nicht immer in die Details wie diese Unterstützungen, Hilfen und Freundschaften aussahen, doch läßt die lange Liste der Menschen, denen er dankt, wie auch das letzte und wichtigste Wort des Buches - "Danke!" - erkennen, daß ihm das Andenken an alle gemeinsamen Erfahrungen, Hilfen und Lektionen äußerst wichtig sind. Daher sehe ich in der zu Papier gebrachten Bandgeschichte eine Parallele zu Mezz Mezzrows Buch "Really The Blues" (deutsch: "Jazz Fieber"), welches von Henry Miller zu Recht als Loblied auf die Bedeutung der Freundschaft erkannt und bezeichnet wurde.

LIEBE ZUR MUSIK UND LEBENSFREUDE

Die Eikelmannsche Liebe zu den Jazz-Traditionen, seine  enorme Energie und Lebensfreude, seine Zielstrebigkeit und sein Durchhaltevermögen auch in den schwierigen Umbruchszeiten der Gegenwart sind unübersehbar und stellen neben der Bandchronologie, die durch Grußworte und Zeitzeugenaussagen aufgelockert wird, den roten Faden dieses Buches dar.

GESELLSCHAFTSKRITIK

Obwohl der Autor zwischen den Zeilen wiederholt durchblicken läßt, daß er ein guter Beobachter ist und in seiner Funktion als Jazzmusiker wie durch die nationalen und internationalen Begegnungen vielfach die Gelegenheiten bekommt hinter die Kulissen der gesellschaftlichen Entwicklungen und sogar des Weltgeschehens zu blicken, fällt kein Wort destruktiver Natur. Seine Prognose auf S.113, "...es geht auch ohne die USA weiter", ist sehr doppeldeutig und vielsagend in diesen Zeiten, in denen die Bildung der nordamerikanischen Union massiv vorangetrieben wird und eine Währungsreform und Währungseinheit in dieser Union, gebildet aus Kanada, USA und Mexico, in der Luft liegt.

Einige Anspielungen auf die Praxis des Weltgeschehens und der Zeitgeschichte könnten in Zeiten der Diktatur der "political correctness" natürlich als Verschwörungstheorien gedeutet werden, doch steht dieser Autor sowohl zu seinem deutschen Vater- und Heimatland als auch zu seinen jüdischen Wurzeln in Abstammung und Kultur und ist damit frei jeglichen Verdachtes, unguten politischen Extremen nahe zu stehen.

SPIRITUALITÄT

In den heutigen Zeiten, in denen die Menschheit durch die gezielte Zerstörung des Gottvertrauens und abgespeist mit Ersatzreligionen wie New Age, Humanismus u.a. entwurzelt und zum Materialismus und Körperkult verführt wird, erscheint ein Mensch wie Lutz Eikelmann wie ein leuchtender Stern am dunklen Nachthimmel. Seine persönliche Spiritualität und seinen Glauben lebt er jedoch nicht mit fanatischem Missionseifer und Bekehrungswut aus, sondern sie findet in diesem Buch Ausdruck im gelebten Beispiel, Ziele, Wünsche und Träume anzustreben und zu manifestieren, tatkräftig zu handeln und diese Ziele schrittweise zu erreichen. Darin liegt (neben Fleiß im Studium der musikalischen Traditionen, dem Ringen um den individuellen künstlerischen Ausdruck, hohem persönlichen Einsatz und dem Fleiß in der für einen Bandleader, Produzenten, Promoter und Initiator notwendigen Organisationsarbeit!) der maßgebliche Grund seiner bisherigen Erfolge.

Daß Lutz Eikelmann eine Persönlichkeit mit höchster charismatischer Ausstrahlung ist, kann ich nicht deutlich genug betonen. Sein Wirken zum Beispiel anhand des Evergreen-Standards "On The Sunny Side Of The Street" okkulte Hintergründe der Musik aufzuzeigen, bringt ein erstes Licht in "dunkle", d.h. bisher von der musikwissenschaftlichen Forschung wenig ausgeleuchtete Bereiche der Populärmusik. Allerdings sollte sich der Leser dieser Zeilen vor der eventuell übereilten Interpretation hüten, okkulte (=geheime) Hintergründe  automatisch und leichtfertig mit Satanismus gleichzusetzen. Da gilt es sehr wohl zu differenzieren.

Richtige Musiker werden seit Jahrtausenden als (Weiß-)Magier gesehen, die ihre Fähigkeiten nicht gegen den freien Willen ihres Publikums einsetzen, sondern diesen freien Willen des Menschen achten und daher im Gegensatz zu Schwarz-Magiern auf eine Manipulation des Publikums verzichten. Lutz Eikelmann ist ein richtiger Musiker - mit Charisma und Wiedererkennungswert. "He´s a character", sagen wir Amerikaner. Ich zolle ihm dafür meinen Respekt.

RESPEKT UND ANERKENNUNG

Im Buch "Lutzemann´s Jatzkapelle - Alltag & Abenteuer einer German Jazzband" erfährt der Leser jedoch nicht nur den Werdegang dieser Hot Jazz Band, sondern der Autor gibt auch den einen oder anderen Einblick in seine musikalischen Tätigkeiten außerhalb dieser Band. Ein besonderes Anliegen ist ihm dabei die  aktive Jazz Promotion an Schulen - ein Anliegen, welches bisher von Staat und Gesellschaft nicht ausreichend unterstützt wurde, da die Bedeutung des traditionellen Jazz seit jeher unterschätzt wird.

Dieser Mann wie seine Branche verdienen sowohl staatliche wie auch persönliche Unterstützung durch Unternehmen und Privatpersonen. Leider wird Initiatoren und Aktivposten wie Lutz Eikelmann heutzutage das Leben schwer gemacht. Nicht nur der kommerzielle musikalische Einheitsbrei in TV, Radio und Musikindustrie, nicht nur das manipulierte Konsumverhalten der Musikliebhaber, sondern auch viele andere Mißstände tragen dazu bei, daß viele Musiker nicht die verdiente Anerkennung und den verdienten Erfolg bekommen. Eikelmann thematisiert diese Mißstände nicht explizit in seinem Buch,  sondern redet allgemein von "schwierigen Zeiten", daher erlaube ich mir, hier Einiges aufzuzeigen: GEMA und Künstlersozialkasse pressen Bandleader und Veranstalter immer stärker aus und bremsen damit viele erfolgversprechende Tätigkeiten und Initiativen - und die Zahl der durch diese Fehlentwicklung der letzten Jahre ausgelösten Insolvenzen ist kaum noch schätzbar und liegt mindestens weit im fünfstelligen Bereich.

In Zeiten, in denen heutige Manipulatoren der Menschheit Ängste und Mangeldenken verschaffen, sollte ein Staat auch seinen kulturschaffenden Musikern Steuer- und Abgabenerleichterungen (z.B.Umsatzsteuerbefreiung) bieten und statt dem weiteren Auspressen der Kulturszene diese lieber fördern statt durch zusätzliche Abgaben und Einsparungen zu (zer)stören. Und vor allem sollte jeder Staat, ob die USA, die BRD oder sonstwer, einen neuen Schwerpunkt setzen: Steuergeldverschwendung durch die öffentliche Hand sollte erkannt und eingestellt werden, um Gelder für die wichtigen Dinge des gesellschaftlichen Miteinanders zu gewinnen und freizusetzen ohne den Bürger weiter zu schröpfen. 

Ich schließe diese Überlegungen mit einem Zitat von Dr. Götz Alsmann im 25-jährigen Jubiläumskonzert der VHS-Bigband Dorsten am 12. Februar 2006: "Wer an der Kultur spart, gefährdet die innere Sicherheit."

Genug der Denkanstöße. Ich verabschiede mich mit wärmsten Empfehlungen des rezensierten Buches: "Lutzemann´s Jatzkapelle - Alltag & Abenteuer einer German Jazzband".

Wolff Eichkatz

Washington D.C., USA, 18. Januar 2010


Quobina am 18.01.2010 zum LJK-Buch bei Amazon:

LESEN KANN WIE ZUHÖREN SEIN

Es handelt sich hier um eine sehr individuelle Darstellung, die einen breiten Einblick gibt und über eine bloße Dokumentation der Stationen im fünfzehnjährigen Bestehen von Lutzemann's Jatzkapelle - LJK - weit hinaus geht.

Zuerst wird die erste Zeit, das "Wie alles begann", ausführlich beschrieben. Erstmal irritieren die vielen Namen und Musik-Titel ein wenig, aber ohne dieses wäre es unvollständig: das gilt für den Musikbegeisterten, aber auch für den, der einfach nur einmal wissen will, wie die künstlerische Arbeit einer solchen Jazzband aussieht - und ganz besonders gilt es für denjenigen, der in etwas mehr Verbindung zu den Musikern der Band steht. Die stets teilweise wechselnde Zusammensetzung der Band ist schließlich Teil des Ganzen, und offenbar auch nützlich, bereichernd und letztlich gar nicht vermeidbar.

Beim Lesen bemerkt man schnell, dass hier jemand einfach seinen eigenen Stil schreibt - und am Ende des Buches wird es dem Leser sogar bestätigt. Wie in jeder unbekannten Welt hat man zumindest als Nicht-Musiker am Anfang ein wenig Mühe, sich da zurechtzufinden - es ist wie auf einer Party, auf der man keinen der Gäste kennt, einfach eine Weile den Gesprächen zuhört dann aber gar keine Zeit mehr zum Zweifeln hat, sondern sehr, sehr schnell in diese neue Umgebung hineinwächst, um dann später festzustellen, dass es sich bei dem Treffen um eine der besten, interessantesten und unterhaltsamsten Begegnungen handelt, die man je erlebt hat.

Es gibt hier Gelegenheit zum Einblick in die nicht immer einfachen Entscheidungen im Zusammenhang mit Konzerten, jeweiliger Zusammensetzung der Band, Arrangements, Titeln, längerfristigen Verpflichtungen. Dazu kommt das Umfeld der Konzerte, also Wege dorthin, Freizeit zwischen Auftritten, aber auch Aufnahmen, CDs und damit verbundene Gedanken, Entscheidungen, Begegnungen und vieles mehr, sowie einige wenige Aspekte, die das Privatleben betreffen.

Daraus entwickelt sich nach und nach ein komplexes Bild, das durch Gastbeiträge aufgelockert wird, wobei auch tagebuchähnliche Aufzeichnungen dazu gehören, die dann doch schon ein wenig Dokumentationscharakter haben. Man nimmt ein Stück weit an dem Geschehen teil, sieht förmlich vor Augen, wie es gewesen ist. Beginnend werden die ersten Jahre mit vielen Details dargestellt, später werden Teile aus den späteren Neunziger Jahren und schließlich auch aus der Zeit nach der Jahrtausendwende beschrieben, immer wieder auch mit Zusammenhängen aus anderen Zeiträumen. Das geschieht ganz zwanglos, einfach so, wie wenn jemand ins Erzählen kommt, und immer das Naheliegende anfügt und dabei mehr und mehr ein Gesamtbild darstellt.

Es sind gerade die Kleinigkeiten, die nur scheinbar doch nicht so sehr wichtigen Einzelheiten, die das Bild sehr natürlich und bodenständig erscheinen lassen. Nicht jede Kleinigkeit ist gleich eine ganze Anekdote, aber eben ein passendes Einzelstück, wie in einer Sammlung von vielen kleinen wertvollen Gegenständen. Dazu kommen (übrigens ganz wenige) eingestreute Witze, die auch schon deshalb ihren Platz in dem Buch haben müssen, weil eben, wie mehrfach erwähnt, das Witzeerzählen Bestandteil der Spielpausen ist, um schnell den Kopf wieder frei zu bekommen. Und das wieder ist gar nicht so unklug, heißt es doch: Lachen ist gesund.

Auch die die letztlich doch nur wenigen nicht ganz zu hundert Prozent jugendfreien Passagen runden das Bild weiter ab. Es sind eben oft skurrile Begebenheiten, die nicht ausbleiben, wenn man viel unterwegs ist, und ein solches facettenreiches Leben führt: Geschehnisse, die dann witzige Situationen erzeugen und schließlich zur Anekdote werden - einfach nur, weil man sie immer mal wieder erzählt. Irgendwann hat sowas dann Kult, und man lacht sich immer wieder darüber kaputt. Das gibt es nicht nur bei LJK ... . Aber dort darf der Leser daran wie auch an anderen individuellen kleinen Begebenheiten ein wenig teilhaben, wird ein Stückchen weit "eingeweiht", könnte sich später in einer realen Situation, beim Zusammentreffen mit den Musikern von LJK, als "dazugehörig" fühlen.

An keiner Stelle findet man etwas, was gewollt oder aufgesetzt wirkt. Dass ein Musiker seine eigene Band im positiven Licht beschreibt, ist selbstverständlich. Aber mit dieser Einstellung lesend findet man erstaunlich viele mal mehr mal weniger intensiv beschriebene Misserfolge, Ärgernisse, Konfrontationen, sowohl allgemein erwähnt, als auch konkret beschrieben. Dabei fällt auf, dass der Rückblick ohne jeden Groll, ohne jedes Nachtragen gelingt - oft sogar mit anerkennenden Worten über den weiteren Lebensweg des einen oder anderen Kollegen, mit dem eine kontinuierliche Zusammenarbeit nicht gelang oder nicht zustande kam. Dankbarkeit, Bedauern, Trauer, Sorge, Spaß, Freude - kaum eine Emotion, die nicht in diesem Buch irgendwo zu finden ist. Auch über die Musik hinausgehende Interessen und Ambitionen des Autors findet man in diesem Buch wieder, wenn man genau liest und auf die kleinen Andeutungen achtet. Nicht zu vergessen die unzähligen Namen, auch von Vorbildern, Mitwirkenden u.a. - dabei sind auch ganz bekannte Namen, die sich von regional bis weit überregional und international einordnen lassen.

Auf den ersten Blick kommt das Buch - passend zur Musik - konservativ daher, konsequent unter Verwendung der Charakteristika unserer unvergessenen sog. "alten Rechtschreibregeln". Aber es ist auch zugleich ein Beleg dafür, dass konservativ nicht bedeutet, in der Vergangenheit zu verharren, sondern lediglich, das Positive aus der Vergangenheit mitzunehmen in ein zeitgemäßes Umfeld. So verzichtet der Autor weder darauf, auch mal lockerer zu formulieren, noch auf kleine wiederkehrende mit scheinbar ernster Miene vorgetragene Späßchen (z.B. Stichwort "Mond", mehr soll hier nicht gesagt werden, damit der Spaß nicht verlorengeht), noch auf das eine oder andere Augenzwinker-Emoticon, und selbstverständlich auch nicht auf die Nennung von Internetadressen. Fotos vervollständigen das Bild noch weiter.

Viele der Erkenntnisse, die man beim Lesen gewinnt, werden dann auch ausdrücklich im Buch bestätigt, so auch zum Ende hin der schrittweise Ausklang, verbunden mit dem Hinweis des Autors, nicht so recht ein Ende finden zu können. So findet man dann behutsam aus der Musiker-Welt wieder hinaus, wie über Zugaben aus einem längeren Konzert ... .

Man braucht einfach Unvoreingenommenheit und die Bereitschaft, ein Stück weit einfach zu lesen, mitzugehen, um in die Welt des Buches einzutauchen, dann mag man es nicht mehr weglegen, bis es zuendegelesen ist. Der Schreibstil lässt teilweise vergessen, dass man liest - das ist fast wie reales Zuhören.



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Lutz Eikelmann | eikelmann-hagen@t-online.de