LUTZ EIKELMANN

Hauptinstrumente:  Schlagzeug, Kontrabaß, Sousaphon.

Lutz Eikelmann wurde am 07. April 1967 in Hagen / Westfalen geboren.

In seiner Kindheit erhielt er einige Jahre Klavierunterricht bei seiner Großmutter Elisabeth Schimpff ( 1914 - 1991 ). Bereits im Vorschulalter begann sein reges Interesse für Musik dank der vielfältigen Schallplattensammlung seines Vaters, in der Lutz besonders die Aufnahmen von Lonnie Donegan und Bill Haley zusagten. Im Laufe der 70er Jahre erweiterte sich der Kreis seiner musikalischen Favoriten auch auf Johnny Cash, Trini Lopez , Les Humphries Singers u.a.

1981 / 82 begann Lutz die alten Donegan-Aufnahmen der 50er & 60er Jahre plötzlich mit anderen Ohren zu hören, denn nun entstand in ihm der Wunsch selber Musiker zu werden. Über Lonnie Donegan fand er auch den Zugang zu den Schallplatten von Chris Barber und Ken Colyer, bald darauf interessierte er sich für das gesamte Jazz-Spektrum von Louis Armstrong, King Oliver, Jelly Roll Morton, Fats Waller, Duke Ellington, George Lewis, Kid Ory usw. bis zu Sonny Stitt.

1982 - 1984 leitete er die erste eigene Band, eine Art Skiffle- Group, die "Westside City Washboard Kings", in der er immer das Instrument bediente, was sich gerade nicht besetzen ließ: Klavier, Banjo, Gitarre, Waschbrett oder Teekistenbaß.

1983 - 1987 wirkte er als Pianist und Sänger auch in verschie-denen, kirchlichen Chören mit.

Nach Abitur ( 1987 am Hagener Fichte Gymnasium ) und Bundes- wehr ( 1987 / 88 ) und einem mehrwöchigen Besuch in der Geburtsstadt des Jazz, New Orleans, im Sommer 1989 entschloß er sich professioneller Musiker zu werden.  Dazu gründete er im Frühsommer 1989 die "Bear County Jazzband", eine der Vor-gängerbesetzungen zu "Reiner Oeding & die Dixie Slickers", die im Oktober 1990  von Reiner Oeding, Frank Ludwig und Lutz Eikelmann gegründet wurden. Dieser Band gehörten damals auch Engelbert Wrobel und Bommel Bleek ( 1950 - 2003 ) an, im Februar 1991 stieß auch Christian Hopkins dazu.

Lutz Eikelmann verließ die Mannen um Reiner Oeding im Sommer 1993 und gründete seine "Lutzemann´s Jatzkapelle", die bis heute Bestand hat.

 

 

Lutz Eikelmann am 23.6.2012 in Quedlinburg;
Foto: André Tetsch, www.andretetsch.de

 

 

 

In den  Folgejahren  spielte Lutz auch mit einer Vielzahl von professionellen und semiprofessionellen Bands wie auch gelegentlich mit verschiedenen Amateurbands wie z.Bsp. "Henning Paurs New Orleans Wanderers". Für seinen Be-  kanntheitsgrad sorgten jedoch vor allem seine Zusammenar-beiten mit Olivier Franc ( F ), Olivia Detante ( USA ), Fitz Gore ( 1935 - 2002 / Jamaica), Peter"Banjo"Meyer, Hawe Schneider & Götz Alsmann ( GER ), William Garnett / Ray Smith / Sean Moyses / Terry Lightfoot / Colin Bowden / Sonny Morris / Ian Wheeler / Dickie Bishop / Paul Leegan / Tony Donegan ( UK ) etc.

Lutz Eikelmann ist auch immer wieder gern gesehener Gast in der Band seines niederländischen Freundes Bert Brandsma ("Dixieland Crackerjacks" ), einer der erfolgreichsten Jazz-bands unseres Nachbarlandes.

Über Lutz Eikelmann bei wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Lutz_Eikelmann

 

"Egal, mit wem Du auch immer spielen willst, irgendwan klappt es bestimmt. Das             ist eine spirituelle Angelegenheit."              Dr. John,  2000

 

 

Seit einigen Jahren ist Lutz Eikelmann aktives Mitglied beim Jazzförderverein "Swinging Hamburg e.V."; einer der großen öffentlichen Erfolge war der Preis der deutschen Schall-plattenkrtik im 1. Quartal 2005 für die 18-CD-plus-Buch-Doku-  mentation "Swinging Hamburg".

Lutz Eikelmann schreibt auch regelmäßig Beiträge für das "Swinging Hamburg Journal" (Deutschlands einzige Fachzeit- schrift, die sich ausschließlich mit traditionellem Jazz be-schäftigt / erscheint quartalsweise).

Wollen Sie das "Swinging Hamburg Journal" beziehen oder sonstwie mit diesem Jazzförderverein Kontakt auf- nehmen, so wenden Sie sich bitte an: SWINGING HAMBURG e.V., Ge-schäftsführung  Jürgen Hintsche, Klaus-Groth-Str.11 in 21220  Seevetal, Tel. 04105 - 666 700 bzw. e-mail j.hintsche@swinginghamburg.de 

 

"Das große Buch der Trompete" ( Friedel Keim  Schott Verlag, erschienen 2005 ) enthält auch ein großes Kapitel über die Trompeter des Jazz ( stilübergreifend ) wie auch ein Unterkapitel "New Orleans- / Dixieland- / Swing- Trompeter". Hier finden sich u.a. die ausführlichen Biographien verschiedener Trompeter, mit denen Lutz Eikelmann regelmäßig auftritt wie z.Bsp. Jörg Kuhfuß, Henning Langhage, Reinhold Platte etc., sowie von weiteren, mit denen er früher arbeitete wie Reiner Oeding, Horst Maliszewski, Sonny Morris, Otto "Zotto" Spindler, Achim Sturm, Dr.Henning Paur u.a.

Lutz Eikelmann und seine CDs finden nicht nur in den Lebensläufen diverser Trompeter Erwähnung, sondern er wird auch im internationalen Bandleaderverzeichnis im Anhang genannt, wo er sich in bester Gesellschaft befindet. Da er  obendrein den Autor Friedel Keim der Recherche zur Dokumentation der Biographien und in der internationalen Kontaktarbeit unterstützte, erwähnte ihn dieser freundlicherweise auch bei den Danksagungen.

Dieses Buch ist ein Muß für alle Trompeter, aber auch darüber hinaus allen anderen Musikern und Musikinteressierten nur wärmstens zu empfehlen!

 

Die Presse über Lutz Eikelmann:

Hinterländer Anzeiger, 24.07.2007, über das LJK-Konzert in Biedenkopf an der Lahn am 22.7.2007: "Um Punkt 13 Uhr verschwindet die Sonne hinter den Wolken und Regentropfen prasseln auf die Besucher des Biergartens im Waldhotel `Berggarten´ nieder. Lutz Eikelmann von `Lutzemann´s Jatz-kapelle´ bleibt gelassen. Jetzt könne das Publikum `zu-künftige Weltstars hautnah erleben´, meint er launig und verlässt mit seiner Gruppe die Bühne. Unter einem Torbogen spielen sie `On The Sunny Side Of The Street´. Dank eines versteckten kabbalistischen Codes beende das Lied jeden Regen, verspricht der gebürtige Hagener. Und tatsächlich: Um 13.12 Uhr fällt kein Tropfen mehr. `Es klappt immer´, sagt Eikelmann."

Jazz Podium, April 2007, zur CD "13 Jahre Lutzemann´s Jatzkapelle": "Wenn einer ausgerechnet das 13-jährige Be-stehen seiner Band feiert, muss er über eine große Portion Individualität und Originalität verfügen: und diese Eigenschafen zeigt der Sousaphonspieler, Bassist und Bandleader Lutz Eikelmann bei der vorliegenden Jubiläums-CD, bei der er ganz bewußt auf Gaststars verzichtet hat."

Westfälische Nachrichten / Münster am 07.11.2005 zum Konzert "Jazz im Druckhaus" mit "Lutz Eikelmann & His Swingn´ New Orleans Music": "Und dabei hielten die Mannen um Lutz Eikelmann genau das, was ihr Name verspricht: sie präsentierten Klassiker der Swing-Ära und des Revival Jazz der 40er und 50er Jahre auf hohem musikalischem Niveau und mit ansteckender Spielfreude."

Jazz Podium, Februar 2003, zur CD der "Jolly Jazz Fools: ...nice to meet you" mit den Gästen Ray Smith & Lutz Eikelmann: "Für den abwechslungsreichen und lockeren Swing sorgt nicht zuletzt der Gast-Schlagzeuger Lutz Eikelmann, der von New Orleans bis Mainstream alle Stil-richtungen perfekt beherrscht."

Mike Durham, Trompeter, im britischen "Just Jazz Magazine" zur CD "Schwarze Augen" im November 2002: "The style varies widely from track to track, from early Barber `Trad´ on numbers like `It´s Tight Like That´ to straight Mainstream on `Jeep´s Blues´ and cabaret music on `Dark Eyes´. Leader Lutz Eikelmann explains that his aim is to get away from the compartmentalised thinking ( and playing ) that bedevils Traditional Jazz today. If this is really the way to ensure the survival of the music, then so be it."

Andreas Geyer im Jazz Podium zu den CDs "The July Sessions" & "No Other Baby" im Juni 2002: "Junge Musiker im traditionellen Jazz entsprechen so gar nicht dem Klischee. Und doch entscheiden sich immer wieder ambitionierte Youngster bewusst für diesen Stil, so etwa der vielseitige Schlagzeuger Lutz Eikelmann, der mit seinen diversen Bands schon auf einigen Tonträgern gezeigt hat wie abwechslungs-reich und frisch der `alte´ Jazz sein kann."

 

Interview mit Lutz Eikelmann, 24.07.2007:

Kl.M.: "Lutz, wenn Du so auf die vergangenen zehn Jahre zu-rückblickst - was konntet Ihr, was konntest Du bewegen?"

EL: "Eine ganze Menge war möglich, Einiges jedoch auch leider nicht bzw. nicht in der Art und Weise wie ich es mir gewünscht hatte!"

Kl.M.: "Zunächst zu dem, was sich realisieren ließ. Welche Beispiele kannst Du da nennen?"

EL: "Es ließen sich einige Aufnahme-Projekte verwirklichen, u.a. mit Götz Alsmann im Jahr 2000, mit Sonny Morris, Ian Wheeler, Dickie Bishop und Ray Smith im Sommer des gleichen Jahres - oder mit Hawe Schneider im Jahr darauf."

Kl.M.: "Des weiteren...?"

EL: "... ließ sich in Sachen Medienpräsenz in Rundfunk und Presse Manches verbessern für den traditionellen Jazz und die  Skiffle-Musik, aber auf diesem Gebiet darf noch viel passieren!"

Kl.M.: "Was ist besonders herausragend?"

EL: "Nun, da wäre z.Bsp. der Preis der deutschen Schall-plattenkritik zu nennen, den wir mit Swinging Hamburg e.V. im ersten Quartal 2005 für die 18-CD-plus-Buch-Dokumentation "Swinging Hamburg" erhielten."

Kl.M.: "Du bist Mitglied in diesem Jazzförderverein wie Du ihn nennst. Warum?"

EL: "Aus meheren Gründen: 1. war die Hamburger Szene nicht ohne Einfluß für mich, als ich als Jugendlicher das Ziel entwickelte, Jazzmusiker zu werden. Schallplatten z.Bsp. der `Jazz Lips´, der `Old Merrytale Jazzband´, der `Banjo Crackers´ u.a. habe ich damals sehr, sehr häufig gehört; 2. bestehen seit etwa 9 Jahren engere menschliche und musi-kalische Beziehungen nach Norddeutschland, was nicht zu-letzt zu einer Vielzahl  von Freundschaften führte, die ich nicht mehr missen möchte;  3. gibt mir `Swinging Hamburg´  eine gewisse, regelmäßige Medienpräsenz im Insiderrahmen, sei es als Autor für´s Swinging Hamburg Journal, sei es in Live-Radio-Sendungen, die ich meist mit Karin Marciniak zu-sammen durchführe; 4. besteht die Jazzszene vielerorts aus Einzelkämpfern. Der eine ist rührig in Remscheid, der andere in Kerpen, in Kempen, in  Bonn oder sonst wo, aber bei Swinging Hamburg konzentrieren viele Musiker und Jazzlieb- haber ihre Energien in einem größeren Projekt, was durchaus begrüßens- und unterstützenswert ist. Eine solche Bündelung der Kräfte ist durchaus beispielhaft zu nennen, denn dort engagieren sich nicht nur Hamburger, sondern auch Leute aus NRW, Frankfurt/Main und und und... Diese Aussage soll aller-dings nicht die anderen Initiativen schmälern. Nur empfehle ich allen, die sich für Jazz einsetzen, auch über den lokalen oder regionalen Horizont hinauszublicken."

Kl.M.: "Wenn ich nun nach den Projekten und Vorhaben fragen darf, die im letzten Jahrzehnt scheiterten?"

EL: "Tja, was heißt `scheiterten´? Eine Sache, die mir in diesem Zusammenhang einfällt, ist das Studio-Projekt `An International Tribute To Lonnie Donegan´, welches 2003 / 2004 unsere völlige Aufmerksamkeit hatte, aber leider auf Eis gelegt werden mußte, weil es auf zuviele Widerstände, Blockaden und Intrigen stieß. Chas McDevitt hatte mich Anfang 2003 gewarnt. Einer der Gründe, warum er, der zwar bereit war mit mir Jazz- u.Skiffle-Aufnahmen einzuspielen, was dann leider in den Wirren der Zeit unter die Räder geriet, an diesem `Tribute´ nicht mitwirken wollte, war der Folgende: `Du stößt damit in ein Wespennest!´ - und die kommenden 2 Jahre zeigten, daß er damit leider recht hatte. Dennoch war es aus damaliger Sicht richtig, es angegangen zu haben."

Kl.M.: "Auf Eis gelegt heißt, die Sache ist noch nicht end-gültig verworfen?"

EL: "Nein, es ist nur noch die richtige Zeit."

Kl.M.: "Wann ist die richtige Zeit?"

EL: "Wenn auf der blockierenden Seite die Einsicht erfolgt, daß es Sinn macht und im Interesse aller ist auch inter-national an einem Strang zu ziehen statt das Gros der eigenen Energien in die Bekämpfung der tatsächlichen oder vermeintlichen Konkurrenz in Großbritannien zu stecken. Ich muß an dieser Stelle allerdings betonen, daß die `gegne-rischen´ Kräfte im Donegan-Kontext aus meiner Sicht keine Feinde  oder Gegner oder Konkurrenten darstellen. Im Gegen-teil, ich sehe uns eigentich in einem Boot sitzen. Dennoch war es 2003 / 2004 bis Anfang 2005 emotional sehr frustrierend - vor allem, weil ich sehr viel Herzblut in dieses Projekt gesteckt hatte - , daß die Zeit für eine engere Zusammenarbeit noch nicht gekommen war, aber auch das wird sich noch ändern. Ich sehe die Chancen dafür auch sehr gut stehen! Die Zeit wird da zu unser aller Gunsten positive Entwicklungen mit sich bringen."

Kl.M.: "Wie gehst Du allgemein mit Konkurrenz um?"

EL: "Ich kümmere mich nicht um sie. Das würde ich auch der Konkurrenz empfehlen. Wenn sie mit mir ein Problem haben, sollen sie mich meinetwegen ignorieren, aber nicht ihre Ener-gien in Kämpfen gegen mich verschwenden. Mein Schutz ist zu gut, und sie brauchen ihre Kräfte für ihre Geschäfte. Und ansonsten gilt ja noch die alte Weisheit eines gewissen Julius Cäsar: `Kannst Du Deine Feinde nicht besiegen, verbünde Dich mit ihnen.´ Auch eine Option! Und eine Empfehlung!"

Kl.M.: "Aber wenn sie gegen Dich..."

EL: "Wenn sie ihre Energien, ihre Zeit, ihre Gedanken ihr Geld usw. nicht dringender für ihre eigenen konstruktiven Vorhaben verwenden wollen, schalten sie sich doch nur selbst im Kon-kurrenzkampf aus bzw. schwächen sich sehr empfindlich."

Kl.M.: "Macht Dir das keine Angst, wenn Leute gegen Dich Aktivitäten starten?"

EL: "Nein. Ob in Deutschland oder vom Ausland aus, es haben schon viele Leute versucht, mir den Hahn abzudrehen, mir an die wirtschaftliche Existenz zu gehen oder zu ver-hindern, daß ich ein Forum bekomme, weil sie in mir eine Bedrohung und keine Chance sahen. Das hat alles nichts genützt aus deren Sicht, ich bin immer noch da."

Kl.M.: "Du sprichst von Schutz. Welcher Art?"

EL: "Spiritueller und irdischer Natur. Beides!"

Kl.M.: "Hm."

EL: "Er ist da."

Kl.M.: "Wenn Du das sagst... gab es noch weitere Sachen, die `scheiterten´ oder anders verliefen als gewünscht?"

EL: "Ja. Zum Beispiel die dauerhafte Fortführung der Zusam-menarbeit mit und die Vermarktung von Dickie Bishop. Musi-kalisch gesehen ist Dickie sicherlich der Kompetenteste der heutigen Skiffler, aber seine privaten Probleme ließen es nicht zu, daß wir über 2004 hinaus mit ihm arbeiten konnten. Sehr schade!"

Kl.M.: "Und sonst?"

EL: "Nun, auch die Vermarktung von Hawe Schneider war einer enormen Investition von Zeit, Geld und Kontaktarbeit zum Trotz auch nicht so erfolgreich wie Hawe und ich es uns wünschten. Er war faktisch 33 Jahre in der Versenkung des schönen Hochschwarzwaldes verschwunden und tauchte nur gelegentlich hier und da außerhalb auf. Andere Jazzer seiner Generation wie z.Bsp. Paul Kuhn blieben dagegen all die Jahre  über präsent, auch  im Bewußtsein  der  Öffentlichkeit.  Das ließ sich nicht mit einem Fingerschnippen zu Hawes Gunsten aufheben. Als er sich 1968ff. zurückzog, war er für damalige Jazzerverhältnisse in Deutschland wirklich ein Star. Heutzutage war er nur noch eine Legende bzw. einer gewissen Generation geläufig. Aber wenn man sich bei einem Jazz-festival bewirbt und die dort zuständigen Organisatoren einfach zu jung sind, um Hawe wie selbstverständlich zu kennen, hat man schon die erste Hürde, die kaum noch zu nehmen ist."

Kl.M.: "Darüber war Hawe sicherlich nicht glücklich?"

EL: "Natürlich nicht. Er hatte sich sein Comeback anders vor-gestellt. Nur leider wurde ihm vielerorts nicht der rote Teppich zu Füßen gelegt, obwohl ich ihm Einiges an Präsenz in Fach-presse, allgemeiner Presse und Konzerten noch ermöglichte, was er auch zu schätzen wußte. Es gab auch noch einige Kontakte seinerseits wie meinerseits, die zu bemerkens-werten Konzerten führten, aber es gab in der Vermarktung Hawes auch erhebliche Widerstände. In diesem Fall darin begründet, daß er sich unter denen, die ihn in der Gegenwart noch kennen, früher zu seinen Berliner Zeiten wie auch mit seinem Buch in den 80ern nicht nur Freunde geschaffen hatte. Vor allem in Berlin wurde 2002ff. gemauert... es gab dann in den jüngsten Jahren auch einige Versöhnungen, was erfreu-lich ist, denn dafür ist es nie zu spät, aber seit 2005 spielt er nicht mehr Posaune, obwohl da ein erneutes Comeback in der Luft liegt wie er seit Monaten schreibt. Ich würde es ihm gönnen. Aber 2002 / 2003, als wir enger zusammenarbeiteten, waren die Widerstände sehr groß. Obendrein bestand das Problem: wenn man einmal in der Fachpresse abgehandelt wurde, ist für die das Thema vorerst erledigt. Zum Beispiel gab es im September 2002 ein mehrseitiges und gelungenes Hawe-Porträt im Jazz Podium, aber was hätten die denn ein Jahr später bringen können im vergleichbaren Umfang? Es ist dann schwer für einen Künstler noch etwas draufzusetzen, was dazu führt, daß man erneut ein großes Forum bekommt, es sei denn, man ist Dauergünstling, das trifft aber auch nur auf wenige Künstler zu, und auch die müssen sich ihr `Vitamin B´ hart erkämpfen." 

Kl.M.: "Dauergünstlinge? Hm, das klingt, als ob es in der Mu-sik auch Verschwörungen gibt, die diesen oder jenen begün-stigen und gegen diesen oder jenen gerichtet sind?"

EL: "Was heißt `Verschwörungen´? Ein sehr dramatisches Wort, welches natürlich gerne benutzt wird. Für dramatische Verschwörungen sind Alex Jones www.prisonplanet.com oder die Leute von www.secret.tv  zuständig. Zunächst einmal sollte man allgemein gesehen eher von `Netzwerken´ spre- chen, denn daß es diese gibt, weiß jeder Geschäftsmann. Es sind Ver-bindungen von Interessensgruppen, Unternehmen und Perso-nen, die gemeinsame Ziele verfolgen. Aus Sicht anderer Leute, die diese Ziele nicht teilen, nicht zu diesem Netzwerk gehören oder dessen Ziele gegen sich gerichtet sehen, mag ein solches Netzwerk natürlich eine Verschwörung darstellen."

Kl.M.: "Aber ohne Netzwerke geht es nicht im Geschäfts-leben?"

EL: "Natürlich nicht. Aber nicht jedes Netzwerk hat gleich die Unterdrückung und Ausbeutung der Menschheit zum Ziel, insofern sollte man nicht allzu inflationär mit dem Begriff der Verschwörung umgehen."

Kl.M.: "Vielleicht, ja."

EL: "Noch eins zu Hawe: beinahe hätte ich ihn in der ARD-Doku über die 50er Jahre `Wie wir wurden, was wir sind´ unter-gebracht, er kam auch im Casting bis zum letzten Entscheid, aber leider nicht unter die letzten sechs, wenn ich nicht irre --- nicht unter die letzten sechs Kandidaten, die dann als Zeit-zeugen vor der Kamera interviewt wurden."

Kl.M.: "Gab es zurückblickend noch ein weiteres Projekt, welches Dir sehr am Herzen lag? Ich kann mich erinnern, daß Du mit Michael Schneider in den 90ern an einem Filmprojekt gearbeitet hast?"

EL: "Ja, das sollte eine Dokumentation der europäischen Traditional Jazz- und Bluesszene werden, aber wir wollten damals die Welt im ersten Ansturm aus den Angeln heben, was natürlich nicht gelang."

Kl.M.: "Wann war das?"

EL: "Die Idee entstand etwa 1997, aber richtig los ging´s erst 1998. Im folgenden Jahr, 1999, mußten wir feststellen, daß es nicht umzusetzen war."

Kl.M.: "Warum nicht?"

EL: "Die Konzeption war zu `aufgebläht´, was dann natürlich Probleme bei der Finanzierung des Projektes aufwarf. Wir wollten viel zu viele Künstler und viel zu viele Aspekte auf einmal be-leuchten. Das hatte zwar alles seine Berechtigung und zeigte auch, wie notwendig es war an dieses Thema heranzugehen, allerdings sprengte unsere Konzeption den Gesamtrahmen aller Möglichkeiten. Selbst die Fernsehsender, die der Sache nicht von vornherein abgeneigt gegenüberstanden, winkten angesichts des Umfangs ab. Wir mischten zwar Europa und Nordamerika damit auf, aber es ließ sich nicht umsetzen, blieb aber dennoch nicht ohne Folgen."

Kl.M.: "Was heißt das?"

EL: "Einige Sender pickten sich Teilaspekte heraus und begaben sich in den Folgejahren daran, entsprechende Dokumentationen zu produzieren. So führte der Deutschlandfunk im April 2002 ein Interview mit einer der `key figures´, Lonnie Donegan, welches dann im Oktober 2002 im Radio gesendet wurde. Andere Teil-aspekte wurden von 3SAT bzw. dem Südwestfunk wie auch von der BBC aufgegriffen. Besonders bemerkenswert ist jedoch vor allem die 7-DVD-Box  "Martin Scorsese präsentiert: The Blues"  ( USA/Germany 2003 ), die allein den Teilaspekt Blues ausführlich beleuchtet. Jetzt kann man sich vorstellen wie umfangreich das Ganze geworden wäre, wenn auch noch etliche Jahrzehnte Swing bzw. Dixieland in Europa betrachtet worden wären. Leider blieben wir bei all diesen Nachfolgeprojekten außen vor. Daß unsere Ursprungsidee scheiterte, war mir rückblickend auch ganz lieb, denn ich befürchte, es wäre uns rein zeitlich über den Kopf gewachsen. Leider wurden in all diesen Produktionen nicht alle Aspekte angesprochen, die wir als wichtig erachteten, und nicht alle Fragen gestellt, die wir gestellt hätten. Da inzwischen auch etliche Zeitzeugen das Zeitliche gesegnet haben, Nat Gonella, Lonnie Donegan, Oscar Klein und und und..., läßt sich das auch nicht mehr so nachholen wie es damals vielleicht möglich gewesen wäre."

Kl.M.: "Schade!"

EL: "Aber nicht zu ändern. 2004 nahmen Michael und ich noch einen Anlauf zu einer nur auf Skiffle beschränkten Dokumentation und zeichneten in Brühl noch Filminterviews mit Tony Donegan Junior, Paul Leegan und Dickie Bishop auf, doch scheiterte die Fortführung dann an den gleichen Widerständen, die auch das `Donegan Tribute´-Projekt auf Eis zwangen."

Kl.M.: "Ich kann mich nur wiederholen: sehr schade, denn so entgeht der Öffentlichkeit möglicherweise manches erwähnens-werte Detail aus dem Munde von Zeitzeugen!"

EL: "Die Aufnahmen sind nicht verloren, sondern schlummern im Siebengebirge und im Ruhrgebiet, und dann habe ich die wichtigsten Informationen aus diesen Interviews natürlich auch im Hinterkopf und kann sie bei passender Gelegenheit sicherlich auch einbringen."

Kl.M.: "Wollen wir einen Themenwechsel vornehmen. Bei den Vorgesprächen zu diesem Interview  sagtest Du, es sei Dir wichtig, einmal öffentlich zum Image des traditionellen Jazz als `Gute Laune´-Mucke Stellung zu nehmen. Bitte!"

EL: "Ja, den Ball greife ich doch gerne auf. Bei mir sträubt sich innerlich immer alles, wenn ich diesen Ausdruck höre. Ich weiß, daß unsere Musik `gute Laune´ erzeugen kann, Gott sei Dank, aber in ihr steckt noch weit mehr, auch etliche sehr ernste Seiten, weit mehr als nur die Soundkulisse für einen Biergartenfrüh-schoppen oder einen Live-Musik-Kneipen-Abend. Es ist ja in Ordnung, daß diese Musik auch dort eingesetzt wird, und ich spiele solche Anlässe auch gerne, da habe ich kein Problem damit. Und ich verstehe auch, daß Veranstalter und Promoter  irgendwelche Schlagwörter brauchen, um etwas vermarkten und anpreisen zu können. Dennoch wird `Gute Laune-Musik´ der Musik selbst nicht gerecht. Die in der Jazz-Tradition enthaltene `Gute Laune´ ist eigentlich eine tiefergreifende Emotion als eine oberflächliche `Happy Dixie Bierzelt-Laune´."

Kl.M.: "Das klingt mir, als würden sich jetzt Schleusen oder gar Dämme öffnen, wenn ich das weiter hinterfrage."

EL, lacht: "Ja, da dürftest Du mit Deiner Befürchtung oder Vermu-tung recht haben!"

Kl.M.: "Also bitte! Auch wenn´s Stoff für Fragen für ein weiteres Interview hergibt, so kurz wie möglich noch eine Vertiefung bitte!"

EL: "Jazz war zu Beginn eine lebensbejahende Musik, die unter widrigen Umständen entstand. Arme Europäer und zwar von der Sklaverei `befreite´, aber dennoch weiterhin unterdrückte Afro-Amerikaner zeigten einem gewissen System den `Stinkefinger´ und lebten eine Lebensfreude und einen freien Geist diesen widrigen Umständen zum Trotz. Wie man bei einer traditionellen New Orleans Beerdigung auf dem Weg zum Friedhof Hymnen und Trauermärsche spielt und nach der Beisetzung dann tänzelnd mit fröhlicher Musik durch die Straße nach Hause und in die nächste Kneipe zieht und damit den Sieg des Todes über das Leben verneint, ja den Tod sogar `entmachtet´, so schreit der Jazzgeist die Botschaft hinaus: `Wir sind glücklich, nicht weil die Umstände glücklich sind, sondern trotzdem!´ Oder wie im Falle von Louis Armstrong, der in Memphis dem dortigen Sheriff `I´ll Be Glad When You´re Dead You Rascal You´ widmete und dieses über Mikrophon ansagte, weil dieser es der weißen Freundin des Gitarristen verboten hatte, mit den farbigen Afro-Amerikanern im gleichen Bus - im Bandbus! - zu sitzen."

Kl.M.: "Also war Jazz auch eine Protestmusik?"

EL: "Natürlich. Die Tanzmoden der 20er bis 40er Jahre machten zwar die Sounds und Rhythmen einer breiteren Masse zugäng-lich, aber an inhaltlicher Botschaft, vor allem religiöser und spiri-tueller Natur, verlor diese Musik. Als Protestmusik funktionierte sie noch hier und da - in Deutschland protestierten die Swing-Heinis damit zwischen 33 und 45 gegen die Gleichschaltung im Dritten Reich. In der Sowjetunion war Jazz Protest gegen Stalin, bis dieser 1940 die Verfolgung der Jazzmusik einstellte, da es ihm nicht gelungen war, diese zu unterdrücken."

Kl.M.: "Hat Jazz als Tanzmusik nicht seine Berechtigung?"

EL: "Doch, natürlich. Alles in Ordnung. Aber Jazz ist weit mehr als Tanzmusik!"

Kl.M.: "Wie wurde denn Jazz weiter sinnentleert?"

EL: "Wie folgt, also... halt, nicht nur sinnentleert, sondern auch wieder mit neuem Sinn gefüllt: in der Nachkriegszeit wurde der tanzbare, melodiöse und rhythmische Jazz einschließlich der traditionellen Stile bis hin zum Bop vor allem zur Verkündung des `Good Will´ der USA gegenüber dem Rest der Welt gebraucht und als `Musik der Freiheit´ propagiert."

Kl.M.: "War er das nicht auch?"

EL: "Ja und nein. Ob die Armen, ob weiß, ob schwarz, die im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Jazz schufen durch die Fusion europäischer und afrikanischer Musik, es abgesegnet hätten, daß ihre Unterdrücker sich ihre Musik aneignen und zur Verkündigung der tatsächlichen oder vermeintlichen Freiheit in alle Welt gebrauchen oder gar mißbrauchen würden, wäre sicher-lich eine ausführliche Diskussion wert. Andererseits sind gerade amerikanische Jazzer, auch der alten Generationen, extrem kon-servativ und sogar meist so patriotisch, daß diese US-Propa-ganda mittels Jazz ihnen vermutlich gar nicht zuwider war. Ein Nachteil an diesem `Gebrauch´ des Jazz war natürlich, daß viele Leute - hierzulande wie weltweit - Jazz mit American Way Of Life, amerikanischem Imperialismus und McDonaldisierung der Ge-sellschaft und der Welt gleichsetzen, was den Traditionen dieser Musik sicherlich gar nicht gerecht wird, schon gar nicht den spirituellen!"

Kl.M.: "Aha! Da frage ich gleich noch etwas Konkretes, doch fahre fort bitte!"

EL: "In den 50er und 60er Jahren blüten beispielsweise in England und Deutschland im Rahmen des New Orleans und Dixieland Revivals große Amateurszenen auf, wo sich damals junge Menschen daran machten, die Schallplatten nachzuspielen, die ihnen gefielen. Nicht aus Protest oder irgendeiner Geistes-haltung heraus, sondern weil ihnen die Sounds und die Rhyth-men gefielen. Parallel dazu entwickelte sich der inzwischen auf Rhythmus, Riffs und Gesang abskeletierte und als `Rock´n´Roll´ vermarktete Swing zur neuen, vermeintlichen  Protestmusik, so daß Jazz sich vom Image her dem europäischen Bürgertum an-nähern konnte. Gleichzeitig wurden zunächst Jazz und später Rock zu wichtigen Elementen in der Förderung des bis dahin in dieser Form nicht gekannten Generationenkonfliktes."

Kl.M.: "Ein weiterer `Mißbrauch´ der Musik?"

EL: "Es wäre mir vorerst lieber, es `Gebrauch´ zu nennen."

Kl.M.: "Bitte."

EL: "Jazz rebellierte damals weniger gegen die `neue´ Gesell-schaft der BRD, schürte aber die Differenzen zu den damaligen Eltern, die in den 20er, 30er und 40er Jahren aufgewachsen und von den damals propagierten Jazz-Klischees `unmoralisch´, `entartete Musik´ usw. geprägt worden waren. Als sich der Protest der jüngeren Generationen zunehmend mehr der Rockmusik bediente, wurde der traditionelle Jazz dann in den 70er und 80er Jahren vollends vom Bürgertum vereinnahmt und zur Soundkulisse in Biergärten reduziert."

Kl.M.: "Spielst Du nicht gerne in Biergärten oder in Kneipen?"

EL: "Oh doch, liebend gerne! Wir hatten erst vorgestern einen in   Sachen Publikum recht angenehmen Biergartenauftritt in Biedenkopf, wo es eine Mischung aus Frühschoppen und Konzert war. Von den schönen Abenden z.Bsp. im Hagener Brauhaus ganz zu schweigen! Ich verschaffe meinem Publikum liebend gerne Freude in ihrer Freizeit beim Hören und Tanzen!"

Kl.M.: "Aber?"

EL: "Nichts aber. ich beschreibe nur, daß sich die Funktion und die Inhalte der Musik im Laufe der Zeit verändert haben --- bzw. die Art wie Jazz wahrgenommen wird."

Kl.M.: "Ok."

EL: "Tragisch ist nur, daß wir heutzutage soweit sind, daß Jazz in den Medien zwar noch ein gerne genutztes Schlagwort für alles Mögliche ist, was z.T. nur noch sehr wenig mit Jazz zu tun hat. Ob man jedwede Form von improvisierter oder teil-improvisierter Musik noch Jazz nennen sollte, darüber ließe sich sicherlich rege diskutieren, es spricht Einiges dafür und Einiges dagegen. Aber wirklich fragwürdig wird´s für mich jedoch dann, wenn Industrie-produkte wie `Honda Jazz´ mit der vertrauten `Marke´ Jazz behaftet werden, die alles und nichts sagt, und dann mit moderner Popmusik beworben werden."

Kl.M.: "Ja, seltsam!"

EL: "Nun streitet man sich eh über die Bedeutung des Wortes `Jazz´ bzw. `Jass´ wie es ursprünglich geschrieben wurde. Vom englischen `jazzy´, also schrill, grell oder lebendig könnte es kommen, das halte ich für das Naheliegende. Weithergeholt sehe ich eine Theorie aus fundamentalistischen, evangelikalen, freikirchlichen Kreisen, die ich in den 80er Jahren hörte, als ein Evangelist das Wort Jazz auf die Hure Jezebel, die in den Send-schreiben der neutestamentlichen Offenbarung erwähnt wird, zu-rückführte. Diese Theorie habe ich bereits als 17jähriger ver-worfen."

Kl.M.: "Warum schrieb man früher `Jass´ mit Doppel-s und dann später mit Doppel-z?"

EL: "Warum es ursprünglich Jass mit Doppel-s hieß, das weiß die Jazzpolizei sicherlich besser als ich. Bin weder Jazzpabst noch sonst ein selbsternannter Experte, sondern nur ausübender Musiker. Aber der Wechsel zu Doppel-z soll den Erzählungen nach gekommen sein, weil amerikanische Lausbuben gerne das J auf den Plakaten durchstrichen, so daß man dann eben nur noch `ass´ las..."

Kl.M. muß lachen und fährt dann fort: "Verstehe. Aber nun zu einer Frage, die mir schon eine ganze Weile auf der Zunge liegt: was meinst Du mit spirituellen Inhalten der Jazzmusik?"

EL: "Zum Beispiel die religiösen Inhalte der Spirituals und Hymnen, die reichlich im alten Jazz-Repertoire vorhanden sind. Die Broadway-Schlager kamen ja erst später als Standards hinzu. Die Spirituals waren für mich in meiner religiösen Suche der 80er Jahre  bedeutsam genug, mich auch mit den geistlichen und geistigen Aspekten der Jazz-Tradition auseinanderzusetzen. Andererseits war der Jazz glücklicherweise auch weltlich genug, daß mein extremes  Musikinteresse dazu beitrug, nicht zu irgend-einem religiösen Fanatiker zu werden oder vor der sich bereits in den 80er Jahren als konkret mögliche Option abzeichnenden Apo-kalypse zu resignieren. Daher ist für mich auch der weltlichste Biergarten- oder Altstadtkneipen-Dixie auch ein Protest und ein klares `Nein´ zur Apokalypse --- und ein klares `Ja´ zu Lebens-freude trotz widriger Umstände und ein klares `Ja´ zum Leben!"

Kl.M.: "Das kann ich nachvollziehen."

EL: "Jazz ist für mich darüber hinaus auch eine Geisteshaltung wider jegliche Form von Gleichschaltung. Da Letztere besonders stark heutzutage in den Massenmedien, allen voran im TV und noch stärker im sogenannten Format-Radio, vorzufinden ist und systematisch durchgeführt wird, obwohl andererseits die Musik-vielfalt noch nie so groß war wie heutzutage, birgt traditioneller Jazz sogar wieder das Potential zur Protestmusik. Nicht nur für Jugendliche, sondern für Individualisten jeglichen Alters, die sich nicht damit zufrieden geben mit musikalischem Einheitsbrei abgespeist zu werden."

Kl.M.: "Ist das jetzt ein Plädoyer wider die Popmusik?"

EL: "Keineswegs. Im Gegenteil. Ich will Musikvielfalt in den Massenmedien. Auch wenn wir zwischendurch spaßeshalber unter uns Musikern sagen, die nächste Diktatur nach der NWO wäre eine Dixieland-Diktatur, so wäre auch das so ziemlich das Letzte, was ich mir wünschte."

Kl.M.: "Also willst und forderst Du Vielfalt in der Musik?"

EL: "In der Musik, in der Meinungsäußerung, im Denken, über-haupt. Das Leben ist Vielfalt und Veränderung, und alles, was Vielfalt und Veränderung einschränken oder unterbinden will, läuft diesem Grundprinzip des Lebens zuwider."

Kl.M.: "Gibt es irgendwelche Ziele persönlicher Art, die Du ver-folgst?"

EL: "Ja, natürlich!"

Kl.M.: "Willst Du darüber reden?"

EL: "Eingeschränkt, ja. Eingeschränkt, weil uns jetzt  zum einen die Zeit wegläuft und zum Anderen, weil noch nicht alle Ziele soweit sind, sie öffentlich auszuposaunen.  Zunächst einmal will  ich die Musik weiterhin professionell betreiben. Es gibt über die Live-Aktivitäten hinaus noch etliche, kreative Ideen für CD-Projekte. Nicht zuletzt arbeite ich zur Zeit an einem Buch über `Lutzemann´s Jatzkapelle´, in dem sicherlich auch viele Fotos unseres Klarinettisten Volker Riebeling veröffentlicht werden sollen."

Kl.M.: "Wann soll dieses Buch vorliegen?"

EL: "Am liebsten wäre mir der Sommer oder Herbst 2008, weil LJK dann 15 Jahre alt wird."

Kl.M.: "Seid ihr nicht erst 13 sprich wird die Band dann nicht nächstes Jahr erst 14 Jahre alt?"

EL: "Nein, die Band wurde 1993 gegründet und die CD `13 Jahre Lutzemann´s Jatzkapelle´ --- übrigens ein weiteres, gelungenes Projekt der letzten Jahre!! --- wurde konsequenterweise am 15. und 16. August 2006 eingespielt. Seitdem haben wir das Repertoire der CD zum Schwerpunkt bei unseren Bühnenauf-tritten gemacht. Das wird am Freitag, den 3.August,beim Streetlife Festival in Leverkusen in dieser Form zum letzten Mal passieren, denn ein Jahr lang ein Programm darzubieten, halte ich für ausreichend."

Kl.M.: "Verzichtet Ihr denn von nun an auf diese Titel?"

EL: "Natürlich nicht, denn z.T. erfreuen sie sich beim Publikum, z.T. bei den Musikern großer Beliebtheit, aber erstens ist ein frischer Wind in der Vermarktung nötig, und zweitens gibt es derart viele dufte Nummern, daß solche Repertoire-Erweiterun- gen und Programm-Veränderungen einfach die natürlichste Sache der Welt sind."

Kl.M.: "Wirst Du die bereits vor vielen Jahren eingeschlagene künstlerische Liníe,  auch Eigenkompositionen hinzuzuziehen, weiter verfolgen?"

EL: "Ja, unbedingt. Aus der Feder der kreativen Kollegen genauso wie aus meiner eigenen Feder!"

Kl.M.: "Lutz, ich wünsche Dir alles Gute für das Erreichen Deiner Ziele und danke Dir für dieses Gespräch!"

Das Interview führte Klaus Müller.

 

 

Das obige Interview führte zu einigen Fragen der Leser, die Lutz Eikelmann am 4.9.2007 nachstehend ausführlich beantwortete. Die Reihenfolge der Fragen spielt keine Rolle.

1.)  "Ist Jazz unmoralisch?" --- Jazz ist genauso moralisch oder unmoralisch wie sein gesellschaftliches Umfeld. Natürlich lagen die Jazz-Gegner der 1920er Jahre, allen voran auch die Kirchen, gar nicht so falsch, wenn sie die Sexualisierung der Musik bzw. der dazugehörigen Tänze und die Schlüpfrigkeit vieler Texte anprangerten. Dennoch basierte diese Kritik nur auf einer einseitige Betrachtungsweise, die jedoch nachvollziehbar war, weil ihnen Jazz nur im Rahmen der damaligen Tanzmodewellen entgegensprang, während der spirituelle Hintergrund der Musik ihnen völlig entging. Jazz umfaßt inhaltlich alle Aspekte des menschlichen Lebens. Derartige einseitige Urteile gab es jedoch nicht nur unter den Weißen zu beiden Seiten des Atlantiks, sondern auch bei den Farbigen z.Bsp. in New Orleans. Ich denke da an ein Interview mit der großartigen Gospelsängerin Mahalia Jackson, die berichtete, daß man ihr bereits in früher Kindheit beigebracht hatte, daß es Unrecht sei, Blues zu singen - wegen der vielen Zweideutigkeiten und unmoralischen Themen, die in vielen Blues angesprochen werden. Rein musikalisch besteht meines Erachtens zwar kein nennenswerter Unterschied zwischen Blues- u.Spiritual-Gesang, wenngleich die Spirituals nicht auf bestimmte Formate wie z.Bsp. das traditionelle 12-Takte-Schema des Blues formatiert sind. Inhaltlich ist es natürlich schon ein Unterschied, ob man von Glauben und Hofffnung singt oder darüber klagt, daß der eigene Partner fremdgeht oder einen sitzen ließ...

2.) Manchen Lesern fiel auf, daß Swinging Hamburg e.V. sehr positiv dargestellt wird und wunderten sich, daß ich an der Arbeit dieses Vereins nichts auszusetzen hätte. Dazu kann ich nur sagen, daß ich derartige Aspekte bevorzugt in der ständigen Kommunikation und im regelmäßigen Gedankenaustausch mit den Aktivposten wie Gerhard Klußmeier, Klaus Neumeister, Karin Marciniak etc. und weniger öffentlich thematisiere. Außerdem weiß ich auch nicht alles besser --- und für bestimmte Fragestellungen bin ich auch zu selten vor Ort, das müssen die Hamburger intern entscheiden. Hier und da versuche ich, speziell was die überregionale Jazz-Promotion betrifft, Anregungen zu geben bzw. meine Erfahrungen mitzuteilen, z.Bsp. durch Artikel im Journal oder Gedankenanstöße in den Gesprächen unserer Radio-Sendungen. Vielleicht wüßte ich mehr einzubringen, wenn ich häufiger gefragt würde, doch ist es auch nicht meine Art mich permanent aufzudrängen. Ich bin präsent und signalisiere meine Bereitschaft zu Rat und Tat und Mitarbeit --- und man weiß wie man mich erreicht. Also... Außerdem unterstütze ich SwHH e.V. als Autor, mit der zielgerichteten Weitergabe von einhundert Journalen pro Quartal und mit meinen Anzeigen im Journal.

3.) "Was ist Ihr Standpunkt bezüglich des Purismus in der Musik, Herr Eikelmann?" --- Ich halte Purismus für äußerst sinnvoll und höchst notwendig in der Traditionspflege und hinsichtlich der Rückbesinnung auf die musikalischen Traditionen, die ein sehr großes  Inspirationspotential enthalten. Dagegen empfinde ich Purismus als tödlich, wenn es zu einer Gleichschaltung führt, sprich es nur noch eine Art des "wahren Jazz" geben soll. Aber Gleichschaltung ist natürlich nicht nur in der Musik der Weg, Lebendigkeit zu ersticken. --- Ich halte auch nichts davon, dauerhaft im Kopieren der großen Vorbilder stehen zu bleiben. Das ist zwar ein möglicher Weg nach Rom, aber eben nicht der einzige, um die Jazzsprache sprechen zu lernen. Vor allem sollte ein kreativer Musiker nicht beim Erlernen des nötigen Vokabulars stehen bleiben, sondern es dann zum persönlichen Ausdruck anzuwenden beginnen. --- Mit den Oeding´schen Dixie Slickers haben wir damals einen Teil des Konzertprogramms aus Titeln gestaltet, die wir ganz dicht an den Original-Aufnahmen von Morton & Armstrong hielten, so z.Bsp. "Black Bottom Stomp", "Georgia Swing", "Beau Koo Jack" oder "No One Else But You", und es ist uns damals mit Engel, Bommel und Chris auch sehr gut gelungen. Oder mit "LJK"... da sind wir bei einzelnen Stücken wie z.Bsp. "Cornet Chop Suey" auch sehr dicht am Original. Das ist auch alles ganz bewußt und hat seinen Sinn, aber Musik ist eine Sprache wie auch z.Bsp. unsere Muttersprache. Ich bleibe nicht dabei stehen die Sätze nachzuplappern, die mir meine Eltern beibrachten, sondern ich entwickele meine eigenen Gedanken und Gefühle und versuche ihnen Ausdruck zu geben.

4.) "Sie berühren in Ihrem Interview das Thema Verschwörungen. Was meinen Sie dazu?" --- Wenn wir etwas weniger dramatisierend schlicht von "Netzwerken zwecks dem zielgerichteten  Verfolgen eigener Interessen" anstelle von Verschwörungen sprechen würden, gäbe es vielleicht eine größere Offenheit der Öffentlichkeit für solche Themen und Zusammenhänge. Nun sind derartige Interessen solcher Netzwerke ganz unterschiedlich, teils wirtschaftlich, teils politisch, teils religiös oder sonstwie motiviert, und die Zielsetzungen sind zum Teil nur lokalpolitischer, regionaler, nationaler oder internationaler Natur, d.h. die Bandbreite der Möglichkeiten ist enorm groß. Derartige Netzwerke existieren zweifelsfrei in jedem Bereich und z.T. schon seit etlichen Generationen. Sie sind also Praxis und nicht bloße Theorie. Dennoch ist diese Homepage natürlich kein Forum für das Vertiefen derartiger Zusammenhänge, erst recht nicht, wenn sie außerhalb meines musikalischen Schaffens liegen. Ich bitte also um Verständnis dafür, daß ich mich nicht weiter dazu äußere.

5.)  "Was unternehmen Sie hinsichtlich des musikalischen Nachwuchses im traditionellen Jazz?" --- Nun, ich fördere ihn weiterhin, seit einigen Jahren jedoch auf andere Art als noch in den 90er Jahren. Damals, speziell so zwischen 1995 und 1999, habe ich sehr intensive Auseinandersetzungen mit nachrückenden Musikern geführt, die ich jedoch als zu zermürbend erlebte. Es wurde mir selbst schlichtweg zu anstrengend. Heutzutage gebe ich weiterhin jungen Leuten sehr gerne ihre Chancen, aber ich setze mich selbst nicht mehr unter den Druck ihnen all mein Wissen und meine Erfahrung vermitteln zu wollen, schon gar nicht ungefragt. Wenn jemand z.Bsp. tiefer in den traditionellen Jazz oder in die Skiffle Music einsteigen möchte und mich fragt, welche Aufnahmen aus Historie und Gegenwart er zu diesem Zwecke studieren sollte, so antworte ich ihm gerne und versuche entsprechende Anstöße zu vermitteln. Reicht es jemandem dagegen aus auf den Klischees von Dixieland, Swing und Blues herumzureiten, bitte, dann darf er das gerne tun. Er wird damit nicht unbedingt zu meiner bevorzugten Wahl für Konzert- oder Studio-Projekte, denn auch wenn ich die Musik lebendig halten und auch "Neues" schaffen will, so erwarte ich von meinen engeren musikalischen Partnern schon eine weitreichende Kenntnis der Traditionen. Aber heutzutage dränge ich das niemandem mehr auf. Wer will, kann von meinen Erfahrungen profitieren. Wer das nicht will oder besser weiß, auch gut.

6.) "Wie stark sind Sie noch als Promoter aktiv, Herr Eikelmann?" --- Nun, ich bin noch weiter als Promoter aktiv, denn diese Website beispielsweise ist eine einzige Promotion, meiner selbst, der musikalischen Partner, der Jazztradition im Allgemeinen, spezieller Künstler wie z.Bsp. meines Jugendidols Lonnie Donegan im Speziellen... es ist die Promotion spezieller Projekte wie auch meiner Alltagsband "Lutzemann´s Jatzkapelle". Allerdings promote ich heutzutage auf andere Art und Weise als noch bis 2002 oder 2004... Ich habe es aufgegeben Klinken zu putzen. Wenn jemand beispielsweise in den Medien oder im Jazzfestivalveranstaltungsbereich nichts mit Altmeistern wie Hawe Schneider oder Lonnie Donegan anzufangen weiß, will ich nun keine Überzeugungsarbeit mehr leisten, wenn sie nicht auf offene Türen und Ohren stößt. Einen Kampf gegen Windmühlenflügel führe ich nicht mehr, ich brauche in diesem Leben keine weitere Frustration mehr. Natürlich arbeite ich weiter an Ausbau und Pflege meiner lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Netzwerke, aber ich mache mir das Leben nicht mehr so schwer wie früher. --- Das Gleiche gilt auch hinsichtlich der Promotion der eigenen Band oder der Möglichkeiten meiner Person als Aushilfsmusiker, Studiomusiker, Projektleiter etc.; auch da biedere ich mich nicht mehr an. Die Türen öffnen sich und die Arbeit fällt einem zu, wenn man innerlich dafür bereit ist --- nicht, wenn man es erzwingen will. Wenn ich bedenke wieviel Zeit, Kraft und Geld ich jahrelang investiert habe, die sogenannte "Jazz Polizei" und die vergleichsweise "mafiösen" Strukturen in der Veranstaltungsbranche, dort meist lokaler Natur, von mir und meinen Bands und Projekten zu überzeugen... das war vielfach für die Katz und vergebene Liebesmüh. Ich habe meine Methoden geändert und arbeite viel zielgerichteter mit Menschen, die für eine Zusammenarbeit offen sind, anstatt Leuten nachzujagen, die ich eh nicht von mir zu überzeugen vermag oder die mich blockieren, weil sie ihr "Revier" oder ihre "Pfründe" sichern wollen. Ich habe auch kein Interesse mehr an Schmarotzern oder Trittbrettfahrern, sondern nur noch an Partnern, die an gegenseitigem Vorteil interessiert sind. So sortiert sich dann alles im Leben.

7.) "Sie sprechen in Ihrem Interview davon, was alles scheiterte oder anders kam als gewünscht oder angestrebt, aber welche Unternehmungen waren denn erfolgreich?" --- Eine berechtigte Frage! Nur fallen allein im Interview eine ganze Menge Beispiele, wo wir etwas bewegen und erreichen konnten, obwohl es anders kam als geplant, das Wort "Scheitern" hier also gar nicht zutreffend ist, sondern auch diese Entwicklungen Erfolge darstellen. Zum Beispiel waren die privaten Augenblicke mit Lonnie Donegan mehr Wert als eine x-beliebige Menge Geld. Das waren zwischenmenschliche Begegnungen von einer Tiefe, die ich gar nicht in Geld beziffern könnte. Ich begegnete seiner Person, während das Gros dieser Welt ihn, sofern sie ihn überhaupt kannten, nur als "Star" erlebten. Mit dem "Star" hatte ich allerdings nur am Rande zu tun, wenn überhaupt. Meistens war es der Mensch Donegan, der mit seinem Hund auf einer Kreuzung in Fuingirola stand, als ich ihn über Handy anrief, oder grad vom Abendessen kam oder seine Kinder ins Bett gebracht hatte. Oder um Mitternacht noch Banjo übte und mir freudig davon berichtete, daß er nach so langer Zeit immer noch Spaß an der Musik habe. Ich weiß, daß diese Aussage für all diejenigen, die in seinem Act mit eigener Band oder als Chris Barbers Gast mehr dem Autopiloten LD begegneten, schwer nachvollziehbar sein dürfte, aber nun, ich habe ihn in Sachen Musik am Telefon genauso beflügelt und "jung" und lebendig erlebt wie man ihn auf der Bühne zum Beispiel am 7.12.1998 in der Royal Albert Hall beobachten konnte. Es ist wirklich ein Trauerspiel, daß dieses Konzert nicht mitgeschnitten und veröffentlicht wurde. Doch zurück zu Ihrer Frage: Erfolg ist einerseits natürlich eine Frage der Definition. Aber von persönlichen Erfolgsvorstellungen abgesehen und weg zu "meßbaren", für jedermann nachvollziehbaren Erfolgen: bitte lesen Sie die anderen Kapitel dieser Website. Ob unter Rückblicke oder z.Bsp. auch die Existenz meiner "Lutzemann´s Jatzkapelle", da reihen sich viele Erfolge aneinander. Wir haben als Band wie auch ich als selbständiger Musiker etliche wirtschaftliche und weltpolitische Krisenjahre überlebt, und es ging uns dabei auch gut.  In den gleichen Jahren sind viele Unternehmen und Selbständige in den Bankrott geschliddert oder viele Gelder durch Fehlspekulationen oder Zusammenbruch des "Neuen Marktes" usw. vernichtet worden. Wir haben nicht auf größtem Fuß gelebt, aber überlebt. Ein ganz wesentlicher Erfolg! Andere sind trotz gigantischer Umsätze pleite gegangen. ------ Da wir z.Zt. in der Vorbereitung eines Buches über "LJK" sind, welches, wenn Gott will, im Sommer oder Herbst 2008 erscheinen soll, werden Sie bald den einen oder anderen Erfolg der Band rückblickend in Fotos und Anekdoten betrachten können. --- Vieles war nicht einfach, aber wenn man zusammenhält in Familie, Freundes- und Kollegenkreis, dann können wir alles meistern. Also kann ich nur raten: laßt Euch nicht gegeneinander aufhetzen und ausspielen! In den kommenden Jahren steht diesem Lande und dieser Welt ein Umbruch bisher nicht gekannten Ausmaßes bevor, und durch diese Wirren kommt man mit Freundschaft, Zusammenhalt und Loyalität leichter hindurch als als Einzelkämpfer. --- Aber insgesamt rückblickend: mit den Erfahrungen der Jahre würde ich einzelne Details im Wiederholungsfalle anders machen, doch für die damaligen Jahre war das alles schon so richtig wie es war. Jeder Mensch gibt das ihm zum jeweiligen Zeitpunkt Bestmögliche, so do I.

8.) "Welche Ziele und Visionen verfolgen Sie, Herr Eikelmann?" --- So manche, meine werten Damen und Herren. Ich will das ganz bewußt nur eingeschränkt beantworten, denn neben dem Verkauf alltäglicher Standard-Dienstleistungen im Bereich Dixieland & Swing, ob verstärkt oder unplugged, ob stationär oder mobil, gibt es einige Projektplanungen für Bühne und Studio, die zu sensibel sind. Über ungelegte Eier soll man nicht reden, doch ich schweige nicht aus Aberglauben, sondern um diese Dinge zu schützen. Es gibt leider zuviele unkreative Trittbrettfahrer im Musikgeschäft, die sich bei der Äußerung von Ideen gerne bedienen --- bei Patenten würde man das geistigen Diebstahl nennen --- ohne dafür etwas geben zu wollen. Aber diese Homepage ist kein Selbstbedienungsladen für solche Geister. Deswegen werden öffentliche Termine auch nur noch in Ausnahmefällen über diese Website beworben, sondern die interessierten Leute vielmehr über den e-mail-Verteiler informiert. Viele Kontakte oder Unternehmungen sind auch zu sensibel, um im Szene-Tratsch durchgehechelt oder durch Neider, Blockierer und Leute, die sich nur über Dumping-Preis-Politik vermarkten können, torpediert zu werden. ---- Kurz gesagt, es wird einige Überraschungen in den nächsten Jahren geben, aber natürlich auch die Fortführung einiger bekannter Handlungsstränge wie zum Beispiel die Arbeit mit "Lutzemann´s Jatzkapelle".  Seien Sie also gespannt bitte!!

 

 

 
Lutz Eikelmann vor der Staumauer der Möhnetalsperre, Sommer 2008

Foto: Bunik
Lutz Eikelmann  |  eikelmann-hagen@t-online.de